Vorbereitung und Einteilung

Nach 2 mal Waldbreitbach und 3 mal Breitscheid folgte in diesem Jahr die 6. Auflage des BF-Tags in Datzeroth. Das heißt: alles was man so brauch in die Autos geladen und ab an die Gemeindgrenze ins Wiedbachtal. Nachdem sich um sieben Uhr morgens bereits die Betreuer mit KdoW und MTW auf den Weg gemacht hatten um alles vorzubereiten folgten um 9 Uhr die Jugendliche, die eigentlichen Hauptakteure der kommenden 24 Stunden. Quartier bezogen wurde im Dorfgemeinschaftshaus in Datzeroth, welches direkt ans Feuerwehrgerätehaus angrenzt. Dieses wurde uns von der Ortsgemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Während die Jugendlichen ihre Feldbetten aufbauten trafen auch nach und nach die Einsatzfahrzeuge ein. Zur Verfügung standen in diesem Jahr das TSF aus Datzeroth, das TLF und der MTW aus Waldbreitbach sowie das TSF-W aus Niederbreitbach. Insgesamt konnte die Jugendfeuerwehr also wahlweise in Gruppen - oder in Zugstärke zu den vorbereiteten Einsätzen ausrücken.

Als die Einteilung der Gruppen abgeschlossen war entschied man sich, den MTW einer Sitzbank zu berauben und diesen als Schlauchwagen zu nutzen. Eine Entscheidung, die sich für den Rest des Tages als durchaus hilfreich erwies. Die Betreuer nutzen derweil die Zeit, um die letzten Feinheiten der Alarmierungstechnik zu klären.

Nachdem auch das letzte technische Defizit behoben war konnte dann gegen halb zehn mit dem eigentlichen Berufsfeuerwehrtag begonnen werden. Sebastian Böntgen und Florian Paganetti machten sich auf den Weg den ersten Einsatz vorzubereiten.

Der erste Einsatz: Mülltonnenbrand (in grün)

Mit Rauchpatronen bewaffnet und eine grüne Mülltonne als Einsatzobjekt auserkoren machten sich die beiden auf den Weg "In die Au". Erstaunte Gesichter gab es erstmals als aus Mülltonne statt weißem oder grauem Rauch grüner Aufstieg. Dies sorgte bei Betreuern wie bei den nun anrückenden Kräften gleichermaßen für Verwirrung. Erste Befürchtungen die Rauchpatronen hätten der Mülltonne ernsthaften Schaden zugefügt waren allerdings schnell verflogen, die Patronen waren ganz regulär für grünen Rauch gedacht.

Für die Beseitigung der grünen Gefahr war die Gruppe mit TLF und MTW vorgesehen. Diese rückte dann auch umgehend an und nahm die Sache in Angriff. Der Erstangriff wurde vom TLF aus gefahren während der Rest der Mannschaft die Einsatzstelle in der Ortsmitte von Datzeroth absicherte. Um sicher zu stellen das auch wirklich alles restlos gelöscht war wurde die Mülltonne erst geflutet und dann entleert. Nachdem alles rückgebaut war ging's dann zurück zum Gerätehaus wo die Theorie in Sachen FwDV 3 auf die jungen Nachwuchsbrandschützer wartete.

 

EInsatz Nummer 2: Waldbrand am Campingplatz (wieder in grün)

Die Ausbildung war noch in vollem Gange, da machte sich der KdoW samt Besatzung schon wieder auf zu neuen "Untaten". Der Campingplatz Datzeroth war Ziel des nächsten Einsatzes. Hier galt es einen Waldbrand vorzubereiten der dann mit großen Mengen Wasser aus der nahegelegenen Wied gelöscht werden sollte. Als sich die Jugendfeuerwehr, diesmal in Zugstärke ausgerückt, der Einsatzstelle näherte flogen wieder Rauchbomben die alles in einen grünen Nebel hüllten. Die Besatzung der Fahrzeuge ließ sich hiervon allerdings nicht erneut irritieren und begann mit dem Aufbau einer Wasserversorgung aus der Wied. Unter den Augen mehrerer neugieriger Camper war der Löschangriff nach wenigen Minuten aufgebaut und aus sechst Strahlrohren ergoss sich Wasser auf den simulierten Brand der dann recht schnell den Kürzeren zog......

Mittagspause und weitere Planungen

Die daheim gebliebenen  Betreuer hatten in der Zwischenzeit mit den Vorbereitungen zum Mittagessen begonnen.     Chili Con Carne und Lauchsuppe standen auf dem Speiseplan. Da sich inzwischen auch der Nebel über Datzeroth verzogen hatte entschloss man sich im Freien zu Essen, was dem Appetit sichtlich zu Gute kam. Erstmals seit 5 BF-Tagen gab es keinerlei Reste in den Töpfen! Nach dem Essen musste dann natürlich auch gespült werden, eine Aufgabe die die Jugendlichen mit teils verhaltener Freude absolvierten. Einige jedoch zeigten hier ungeahnte Kenntnisse und Fähigkeiten. Die entsprechenden Eltern wurden am nächsten morgen auch extra auf das Talent ihrer Sprösslinge hingewiesen und gelobten dieses weiterhin zu fördern :-). Die Zwischenzeit nutzen die Betreuer für die Planungen des nächsten Einsatzes: der Dombauch wurde nach einer kurzen Begehung zur Sicherheit noch mal aufgestaut bevor es zur Einsatzbesprechung ging, der dann der eigentliche Einsatz folgte... 

Einsatz die Dritte: Gebäudebrand im Dombachtal mit experimenteller Schlauchverlegetaktik

Bei diesem Einsatz zeigten sich die Vorzüge des "SW-MTW`s". Die 300 Meter lange Schlauchleitung zum brennenden Objekt war recht schnell verlegt. Dort hatte die Besatzung des TLF bereits mit dem ersten Angriff aus dem Wassertank begonnen. Erstmals kam die neue Nebelmaschine zum Einsatz um den Brandrauch zu simulieren. Die Lage schien soweit unter Kontrolle - bis das Wasser zu Neige ging. fragende Gesichter als nur noch Reste aus den Strahlrohren kamen und der Rauch wieder dichter wurde. Was war geschehen?

Eine kleine Tatsache, der in der Vorplanung keiner große Beachtung geschenkt hatte erwies sich als der Stolperstein des BF-Tags 2010 schlechthin : Unterquerung der Landstraße L255 mit einer B-Leitung.

Die Theorie besagt das eine Mehrzweckleine unter der Straße durchschwimmt, man die Leitung an der Leine befestigt und diese dann unter der Straße durchzieht, in der sieht die Sache anders aus:

1. keine Leine mit Holzknauf verfügbar                                                           

2. Leine mit Aluminiumschäkel schwimmt nicht

3. B-Leitung alleine schwimmt auch nicht                   

4. Einreißhacken vom TLF ist kürzer als Rohr unter der Straße lang 

Lösung: Austauchbetreuer der FF Koblenz krabbelt mit Schlauch durchs Rohr und wird naß.

Nachdem auch dieses Hindernis überwunden war konnte dann auch die Förderstrecke in Betrieb genommen werden und das Feuer endgültig gelöscht werden. Was folgte war der Rückbau des gesamten Materials und die Reinigung unzähliger Schläuche. 

Vor dem Abendessen ein letzter Kraftakt: Aufbau Ölsperre

Nicht nur Löschen war angesagt beim diesjährigen Berufsfeuerwehrtag, auch der Gewässerschutz kam nicht zu Kurz. Man nutzte die Nähe zu Wied um den Aufbau einer Ölsperre zu proben. Nach einer kurzen Einweisung des Niederbreitbacher Wehrführers Bruno Wingender ging man dann ans Werk. 4 Freiwillige waren schnell gefunden die sich in Wathosen den Fluten der Wied entgegen stellten. Während die einen die Ölsperre errichteten wurden die anderen ausgerüstet und zur Sicherheit angeleint.

Als Erste überquerten Fabian Loscheider und Harald Bierbrauer die Wied um am anderen Ende einen Festpunkt zu setzen, ihnen folgten Marvin Roßbach und Florian Paganetti zur Unterstützung

Da jetzt genug Kräfte im Wasser waren konnte die Ölsperre in Position gebracht und gesichert werden. Die doch rechte starke Strömung forderte dem Ein -  oder Anderen schon Einiges ab. Letztendlich wurde aber auch diese Aufgabe mit Teamwork gemeistert. Die Ölsperre wurde jetzt noch mit Zusatzgewichten beschwert, und der korrekte Aufbau mit Sägespännen als Ölersatz überprüft.

Abendessen und kurze Ruhepause

Nach getaner Arbeit gab`s dann wieder was zu Essen, man musste sich ja schließlich für kommende Einsätze stärken. Anders als noch Mittags war Abends das Kochen zur Chefsache erklärt worden, und der Jugendwart gab selber den Küchenchef zum Besten. Hamburger waren angesagt, und schon nach wenigen Minuten brutzelten die ersten Hackfleischstücke in der Pfanne. Das Belegen mit den unterschiedlichsten Zutaten war dann jedem selbst überlassen, so das für alle sicherlich etwas dabei war.

 

Nach dem Abendessen dann eine kleine Ruhepause für alle ,mit Ausnahme derer, die den nächsten Einsatz vorbereiteten....

Wohnhausbrand in der Datzerother Ortsmitte oder: das Ende von Klaus K.

Inzwischen ist es dunkel geworden über Datzeroth und so bekommt auch kaum jemand mit, das Rauch aus den Fenstern eines  leerstehenden Hauses in der Austraße quillt. Der Alarm ertönt gegen 20:00 Uhr und der gesamte JF-Löschzug setzt sich in Bewegung. Unter den kritischen Blicken des stellvertretenden Wehrleiters Max-Josef Heumann und des Wehrführers von Datzeroth Sven Hoppen nimmt der Einsatz seinen Lauf. Während der Innenangriff vorbereitet wird sichert ein Teil der Mannschaft die Einsatzstelle ab und nach wenigen Minuten erhellt der Lichtmast des Niederbreitbacher TSF-W die Einsatzstelle. Bei der Türöffnung dringt dem Angriffstrupp dichter Rauch entgegen. Man entschließt sich zur Sicherheit mit Wasser am Rohr vorzugehen. Draußen wird in der Zwischenzeit eine Riegelstellung mit 2 C-Strahlrohre aufgebaut um ein Übergreifen auf andere Gebäude zu verhindern. Ein zweiter Trupp wird zur Sicherheit ins Gebäude entsandt.

Während sich beide Trupps durch den dicken Disco-Nebel vorkämpfen treffen sie auf einen alten Bekannten: Klaus Körper, hauptamtlicher Verletztendarsteller aus Breitscheid hat wieder einmal auf ominöse Weise den Weg in einen verrauchten Bereich gefunden! Die Puppe, von den Jugendliche auch liebevoll "Körperklaus" genannt, wird natürlich umgehend gerettet und ins Freie gebracht. Alle Wiederbelebungsversuche scheitern jedoch. Klaus, der bereits beim letzten Verbandsfeuerwehrtag schwerste Brandverletzungen davongetragen hat wird nach diesem BF-Tag in den Ruhestand geschickt - sein Nachfolger ist bereits bestellt. Glücklicherweise bleibt Klaus aber das einzige Opfer des Berufsfeuerwehrtags. Es werden keine weiteren Personen im Gebäude gefunden, und nachdem das Feuer gelöscht ist geht es wieder Richtung Feuerwache.

2.Abendessen und vorübergehende Nachtruhe

Wer jetzt noch Hunger hatte, für den öffnete die Küche noch ein zweites mal bevor es dann in die Betten ging, zumindest vorerst. Verständnislose Blicke bei den Kindern die zwischenzeitlich unerlaubterweise einen Ablaufplan ergattert hatten und schon den nächste Einsatz witterten, aber Pläne kann man ja auch kurzfristig ändern...

Verkehrsunfall mit Personensuche im nächtlichen Niederbreitbach

Als erstmals etwas Ruhe eingekehrt war, war damit auch schnell wieder Schluss. Der Gong ertönte und raus gimgs aus den Betten. Die Reise ging ins nahe Niederbreitbach zu einem Verkehrsunfall. Dort angekommen befand sich nach erster Erkundung keiner mehr im betroffenen Fahrzeug, was eine Personensuche zur Folge hatte. Als diese im näheren Umkreis keinen Erfolg brachte, wurde ein Suchhund nachgefordert. Das gute Tier war mit seiner Nase den Jugendlichen durchaus überlegen und hatte die Gesuchten in Windeseile gefunden. Glück für alle die endlich wieder in ihre Schlafsäcke wollten...

Abschließender PKW-Brand am Morgen, Frühstück und Feierabend

Für die Nacht war es dann auch genug der Einsätze und bis zum Morgen hatten alle ihre Ruhe. Vor dem Frühstück galt es jedoch das Gleichgewicht wieder herzustellen, hatte doch eine Gruppe bis jetzt einen Einsatz mehr. Hierzu wurde dann noch schnell ein PKW -Brand gebastelt und die Besatzung von TSF und TSF-W aus dem betten geschmissen.

Der PKW hatte verdächtige Ähnlichkeit mit dem Unfallfahrzeug aus der Nacht, einen Zusammenhang vermutete aber irgendwie keiner. Vielmehr konzentrierte man sich auf die Brandbekämpfung, was dann auch schnell und routiniert erledigt wurde.

Nachdem die Gruppe aus dem Einsatz zurück ist wird gemeinsam gefrühstückt. Danach folgt die obligatorische  Gerätehausreinigung bevor der BF Tag 2010 in Datzeroth zu Ende geht.

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Waldbreitbach

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                                   BF-Tag in Datzeroth am 18.+19.09.2010 zu den Bildern

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